Crowdfunding fürs Crowdfunding Vol.2

Ahoi ihr Großartigen,

Manchmal passieren Sachen unheimlich schnell. Im September hatte ich mich mit Arpen zusammengesetzt und wir haben über eine eigene Radiosendung gesprochen. Eine Musiksendung, die sich nicht nur oberflächlich mit dem „neuen heißen Scheiß“ oder mit unseren Lieblingslieder beschäftigt. Sondern ein musikalisches Thema mal tiefgründiger betrachtet. Unser Zeitplan sah vor, dass wir ab Januar das Konzept fest zurren und im Frühjahr auf Sendung gehen.

Und dann kommt detektor.fm mit einem zweiten Crowdfunding um die Ecke. Diesmal nicht für ein weiteres Studio, sondern für ein Jahr Vormittagssendung. Und genau wie beim letzten Mal gibt es eine Stunde Sendung als Gegenleistung.
Unsere Chance die Idee einer leicht nerdigen Musiksendung gleich einem größerem Publikum vorzustellen. Schnell kam die Idee wie beim letzten Mal ein Crowdfunding für ein Crowdfunding zu machen. Nicht nur, um das Geld zusammen zu bekommen, sondern vor allem um auch euch ein Teil dieser Sendung werden zu lassen.

Hier nun also der Aufruf: Unterstützt unser Crowdfunding. Sei es finanziell oder indem ihr die Aktion mit Familie, Freunden, Fernschachgegnern, Bekannten, Lieblingsverkäuferin teilt.

Vielen Dank euch dafür und bis bald.

Über Zweifel und Wiederaufbau

Ahoi ihr lieben,

Es ist mal wieder eine ganze Weile her, dass hier ein Blogeintrag das Licht der Welt erblickt hat. Das hat mehrere Gründe. Sehr schöne Gründe, aber auch einige dunkle. Es ist mittlerweile eineinhalb Wochen her, dass ich ziemlich fertig war. Fertig mit dem Musikmachen. Eine ganze Welt ist für mich zusammengebrochen.

Um das Ganze zu verstehen, ist noch wichtig zu sagen, dass ich die Woche davor jede Nacht nur um die fünf Stunden geschlafen habe. Ich war also übermüdet, leicht reizbar und hatte an dem Tag auch noch das zweifelhafte Vergnügen in einem Fahrstuhl stecken zu bleiben. Kurz schon ziemlich am Rande der Erschöpfung und dann eine Stunde Zugfahrt vor mir.
Zugfahren ist in der Regel für mich eine schöne Sache. Zeit für mich, zum Schreiben, zum Nachdenken, zum Musikhören, zum Arbeiten. Diese Fahrt war allerdings getrieben von dunklen Gedanken. Die Gedankenspirale war ungefähr so: „Du hast die letzten vier Jahre mit Canned Applause nichts geschafft, keine Veröffentlichung, keine größeren Konzerte. Eigentlich wird es Zeit dir selbst einzugestehen, dass es nirgendwohin mit Canned Applause geht. Häng es endlich an den Nagel.“
Das hat mich den Abend beschäftigt. Es war nicht möglich positive Gedanken zu erkennen oder eine Wertigkeit zu zuerkennen. Eine Welt zerbrach. Meinen Traum aufgeben? Ich bin irgendwann nachts um 5 Uhr eingeschlafen und um 9 Uhr wieder aufgewacht.
Am nächsten Morgen relativierten sich viele Gedanken. Das Gedankenkarussel hatte sich aufgehört zu drehen und es war möglich wieder neue Ideen zu zulassen.

In diesen eineinhalb Wochen habe ich mich auf jeden Fall wieder gefangen. Einige Gespräche mit verschiedenen Leuten, neue Ideen, Rückbesinnung und eine realistische Einordnung der letzten vier Jahre (mit Tino ein großartiger Freund Canned Applause zu einer Band gebracht, viele Konzerte, Auftritte in Kanada und den USA, bessere Bühnenpräsenz und einiges mehr). Außerdem habe ich die letzte Woche das Buch von Amander Palmer „The Art Of Asking“ verschlungen. Amanda Palmer schreibt viel über die Ängste, die ich oben angesprochen habe und einige mehr. Aber vor allem geht es darum, dass wir (alle und Künstler im Besonderen) Angst haben zu fragen und als Bettler dazustehen. Das Buch hat mir sehr geholfen, ich glaube vor allem aus dem Grund, weil ich mich in vielen Beschreibungen wieder gefunden habe. Ich möchte es euch sehr empfehlen. Es liest sich (im Englischen) sehr leicht und es ist ziemlich kurzweilig. Außerdem bringt es einem die Person Amanda Palmer (die Frau, die als erstes mit einem Musikprojekt über 1 Million US Dollar zusammengesammelt hat) sehr nahe.

Was heißt das jetzt aber für Canned Applause? Ganz ehrlich: Ich weiß es nicht genau. Sicher ist, dass es Canned Applause weiter geben wird. Aber was für Sachen und wann sie passieren, wird sich zeigen. Dieses Jahr wird wahrscheinlich nicht mehr allzu viel bringen. Da steht nämlich bei mir eine Bachelorarbeit ins Haus und nächstes Frühjahr noch ein paar tief greifendere Veränderungen. Ich halte euch aber auf dem Laufenden. Falls ihr Fragen oder Hinweise habt, dann stellt sie bitte. Es ist nichts schöner, als eine Interaktion im Internet statt kalter Zahlen zu haben.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schönen Herbst. Die native Canned Applause Jahreszeit. Da hört sich die Musik viel besser.

Seid geherzt.
Wieland//Canned Applause