Briefe an Angela Merkel

Update: Die Briefe werden von Tommy direkt hier veröffentlich: http://jedewocheeinbrief.tumblr.com/

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Tommy Neuwirth studiert wie ich in Medienkunst Weimar. Er hat angefangen jede Woche einen Brief an Angela Merkel zu schreiben. Die Briefe machen mich sehr nachdenklich und ich hoffe sehr, dass sie auch die Bundeskanzlerin erreichen und zum nachdenken anregen. Da ich bisher die Briefe nur auf der Facebookseite der Freien Bühne Jena gefunden habe und hoffe, dass jemand sie auch nochmal später findet (was bei Facebook ziemlich unwahrscheinlich ist, hole ich sie mir hier in den Blog. Der erste Brief vor, der zweite Brief nach dem Klick. Eventuell werde ich die kommenden Briefe dann auch hier posten oder mit meinen Gedanken in einen neuen Artikel packen.

Brief 1

Sehr geehrte Frau Merkel,

ich möchte mit Ihnen eine Brieffreundschaft aufbauen. Ich bin nicht naiv. Mir ist bewusst, dass durchaus andere Kollegen im Bundeskanzleramt an Sie adressierte Briefe für Sie lesen. Wohlmöglich bekommen Sie hunderte von Briefen täglich. Ich möchte einen Brief pro Woche schreiben, als Zeichen, dass ich es ernst meine und in der Hoffnung, dass Sie ja vielleicht doch antworten, irgendwann. Jede Woche ein Brief, auch weil es so viel gibt, was ich Ihnen sagen möchte und weil es so viel gibt, was ich sie fragen möchte. Aber dazu später mehr.

Mein Name ist Tommy Neuwirth. Ich bin 30 Jahre alt. Ich bin Student kurz vor dem Bachelor-Abschluss. Mein Fach ist die Mediengestaltung. Mein Abschluss-Thema ist die Langeweile. Ich habe über das Thema ein Buch gemacht: «Langeweile – Eine Bohrung». Bei Interesse kann ich Ihnen gern ein Exemplar zusenden. Wohnhaft bin ich in Weimar. Dies soll ein erster kleiner Halt für Sie sein. Alles weitere zu meiner Person wird sich in den kommenden Briefen von selbst herausschälen.

Warum schreibe ich Ihnen? Die Idee zu einem Briefwechsel mit Ihnen hatte ich schon vor längerer Zeit. Gestern als ich im Magazin der Süddeutschen Zeitung eine Reportage über eine Rentnerin in Armut las, war der Impuls plötzlich wieder da. In der Reportage wird eine Frau beschrieben, die über 40 Jahre gearbeitet hat und jetzt zu wenig Rente bekommt um davon leben zu können. Sie muss weiter arbeiten gehen um sich Geld zur Rente dazuzuverdienen. Weiterhin steht da geschrieben, das jeder zweite Deutsche Angst vor Altersarmut hat. Ich habe auch Angst und deswegen schreibe ich Ihnen, Ihnen als Vorsitzende der Bundesregierung, als sozusagen Vorsitzende der in Deutschland gemachten Politik, Politik, die im Guten wie im Schlechten das Leben der Menschen im Lande beeinflusst bzw. lenkt. Ich habe Angst, dass meine Angst immer mehr wird. Ich habe Angst, weil ich zu schwach bin, weil ich nicht flexibel bin, weil ich menschliches Miteinander über Wettbewerb (im Allgemeinen) stelle, weil ich wenig kreativ bin und weil ich gar nicht das nötige Geld habe um den Wirtschaftswachstum durch Kaufkraft zu unterstützen.
Von der Parteienpolitik fühle ich mich nicht angesprochen. Ich finde mich nicht in der Parteienpolitik und ihren Programmen. Politik als demokratisches Handlungswerkzeug, als das demokratische Handlungswerkzeug ist mir aber wichtig. Ich habe Vertrauen in die Politik an sich. Deshalb schreibe ich an Sie als Führungsfigur der deutschen Politik. Ich brauche keinen Psychologen, ich brauche menschliche bzw. menschennahe Politik, deswegen wende ich mich an Sie. Ich habe Angst den Verstand zu verlieren und deshalb möchte ich als mündiger Bürger Lobby-Arbeit an der Basis leisten. Meine Lobby bin ich selbst. Ich wende mich ohne Umwege direkt an Sie, sehr geehrte Frau Merkel.

Das soll für ein erstes «Hallo» reichen. Meine Haltung Ihnen gegenüber ist ehrlich. Ich freue mich auf einen intensiven Briefwechsel.

Mit freundlichen Grüßen.
Tommy Neuwirth. Weiterlesen

Nabelschau #2 Stateless und Archive

Die Postingfrequenz hochzuhalten ist gar nicht so einfach, wenn nichts passiert. Aber zum Glück gibt es ja meine neue Rubrik Nabelschau, wo ich über andere Sachen als Canned Applause schreiben kann. Ich habe durchaus ein Fabel für Bands, deren Musik ein bisschen düsterer ist und dann auch noch ein bisschen sperriger sind, was das Genre und die Musik anbelangt. Ich habe die Woche für eine Sendung von Bauhaus.FM Musik rausgesucht. Quasi 1 1/2 Stunden Wielands Lieblingsmusik. Die erste Band, die ich unbedingt dabei haben woltle ist Stateless. Die Briten hatten vor zwei Jahren das Album Matilda rausgebracht, welches mich damals ziemlich weggeblasen hat. Vor allem der Song Assasination mit dem tollen Glockenspiel-Sample von My Brightest Diamond.

Die andere Band, die musikalisch ähnliche Gefilde bestreitet, dabei aber nicht ganz so ins Elektronische geht und auch unbedingt in die Playlist musste nennt sich Archive. Das Londoner Musikkollektiv hat mit Fuck You den wohl besten Trennungsschmerzsong der Welt geschrieben (Danke an Malcolm, der ihn 2009 verbloggt hat). Dadurch bin auf das damals neue Album Controlling Crowds aufmerksam geworden, welches ich mir auch gleich auf CD (jaja…damals und so) gekauft habe. Daraus die erste Single Bullets:

So viel erstmal von mir. Bis bald.

Ähnlicher Artikel:
Nabelschau #1

FCB München gegen Auerworld e.V.

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4:0 haben die Bayern gestern abend den FC Barcelona vom Platz gefegt. Ob ich das Spiel gesehen habe? Nö. Aber dennoch habe ich jedes Tor mitbekommen. Ich war gestern in Jena und habe bei der Ausstellungseröffnung vom Auerworld im Fair Trade Kontor gespielt. Woran weder ich noch irgendjemand, der in die Veranstaltung eingebunden war, gedacht hatte war, dass es ein Championsleaguespiel der Spitzenklasse zur gleichen Zeit geben könnte. Und dementsprechend in der Kneipenmeile Wagnergasse in Jena eine menge Leute sich eher nicht für Musik, sondern für flimmernde Bildschirme interessiern. Also konnte wir in unmittelbarer NachBARschaft jede Großchance, jedes Foul und jedes Tor anhand von Raunen, Beschwerden und Jubel erahnen.

Trotz dessen oder gerade deswegen war es eine schöne und gemütliche Veranstaltung im Fair Trade Kontor. Mit dem Auerworld und dem Poetry haben sich zwei Festivals vorgestellt, die sich durch soziales und ehrenamtliches Engagement hervor tun. Nach dem Klick gibt es dann auch nochmal die zwei Videos, die gestern gezeigt wurden. Hier möchte ich aber nochmal kurz aufrufen: Kauft jetzt schon eure Karte für das Auerworld auf Startnext. Der Spruch “Keine Kohle, kein Festival” bringt es nämlich auf den Punkt. Wenn die Crowdfundingaktion nicht erfolgreich ist, gibt es in diesem Jahr kein Auerworld. Das wäre ziemlich schade. So viel von mir. Hier noch die Videos. Weiterlesen

Die Nabelschau über zwei Spiegel und einem Schritt zurück

Ich möchte hier die Postingfrequenz ein bisschen erhöhen und dabei mich nicht immer um mich selbst drehen. Also irgendwie schon, aber dabei nicht nur über Canned Applause schreiben und dass ich gerade auf Tour bin, einen neuen Song aufgenommen habe oder mit irgendwelchen Aufrufen zu irgendwelchen Contest immer wieder das gleiche über diesen Kanal verbreite. Das mache ich bei Facebook und Twitter auch nicht. Deshalb werde ich hier in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder über andere Musiker, Filme oder andere Schreiben bzw. nur ein Lied/Album/Video raushauen. Das alles wird unter der Rubrik “Nabelschau” laufen.

Das erste was ich mit euch teilen möchte (habe ich schon auf Facebook getan), ist das großartige Album “English Rivera” von Metronomy. Das ist morgen vor zwei Jahren erschienen und lief bei mir damals auf Dauerrotation (und seit ein paar Tagen immer wieder). Ich bin immer noch begeistert, wie lässig und gleichzeitig intensiv Musik klingen kann. Die haben schon lange nichts mehr von sich hören lassen (die Blogeinträge und Postings auf Facebook sind von 2012). Aber vielleicht kommt da ja wieder eine Überraschung. Hier bitte also nochmal “The English Rivera”:

 

Auerworld – Mein Festival, Dein Festival, Unser Festival

Aufruf zur Crowdfoundingaktion vom Auerworld-Fesitval

Was seit Jahren von Politikern, Banken und Atomprogrammen gefordert wird, haben letztes Jahr Klinke auf Chinch mit ihrer Offenlegung der Arbeit einer Albumveröffentlichung vorgemacht. Eine neue Offensive in Sachen Tranzparenz unternimmt nun das Auerworld Festival. Das Kleinode von Festival hier in der Nähe von Weimar hat sich entschieden sich “nackig” zu machen und zeigt, was ein Non-Profit-Festival doch so alles kostet.

Damit nicht genug. Bisher hat sich das Festival durch Spenden und Förderungen getragen. Das birgt mehr als eine Unsicherheit (kommt das Geld, kommt es nicht und was passiert wenn es nicht da ist?). Letztes Jahr hatte das Auerworld 5.000 Gäste und auf diese Besucher bauen die Organisatoren dieses Jahr. Sie bauen genauer gesagt auf euch. Das Festival soll auf euren Beinen stehen bzw. auf eurem Geld. Es gibt eine Crowdfoundingaktion auf Startnext, auf der das Festival zum großen Teil finanziert werden soll.

Sowohl das Auerworld, als auch Analogsoul haben darüber genaueres geschrieben, so dass ich hier gar nicht mehr so viel dazu schreiben möchte. Nur so viel:
Spendet für dieses Festival. Es lohnt sich.

Außerdem gibt es sowas, wie eine kleine Auftaktveranstaltung. Am 23.04. im Fairtrade Kontor in Jena mit Impressionen des vergangenen Jahres und musikalischer Untermalung von mir. Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit.